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Dringend: Bedarfsplanung für Kinder und Jugendliche

Der VPP im BDP weist entschieden die Stellungnahme der Bundesregierung zurück, die Ende März auf eine Kleine Anfrage der FDP-Fraktion geantwortet hatte, ihr lägen "keine Erkenntnisse über generelle Versorgungsprobleme" bei psychisch erkrankten Kindern und Jugendlichen vor und deshalb sei eine gesonderte Bedarfsplanung für Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten nicht "unbedingt erforderlich". Hingegen sagen nach Einschätzung des VPP insbesondere bei Kindern und Jugendlichen die derzeitigen Kriterien für die Bedarfsplanung zur Psychotherapie wenig darüber aus, ob der Versorgungsbedarf tatsächlich gedeckt ist (ausführliche Presseerklärung des VPP im BDP).

Derzeit geht man aufgrund von nationalen und internationalen Studien davon aus, dass circa fünf Prozent der Kinder und Jugendlichen unter behandlungsbedürftigen psychischen Störungen leiden und 18 Prozent als psychisch auffällig gelten. Die Bundespsychotherapeutenkammer (BPtK) erklärte jüngst in einer Stellungnahme, dass "von Beginn an der Bedarf an Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten massiv unterschätzt" wurde. Lediglich 14 Prozent beträgt der Anteil der Behandler psychisch kranker Kinder und Jugendlicher an der Bedarfsplanung der GKV.

Die Unterversorgung psychisch kranker Kinder und Jugendlicher ist ein flächendeckendes Problem, auch wenn es besondere Versorgungsengpässe zum Beispiel in ländlichen Gebieten, in den neuen Bundesländern, an sozialen Brennpunkten oder in kinderreichen Bezirken gibt. Nicht zu unterschätzen ist außerdem der Anteil an Fehlversorgung.

Vor diesem Hintergrund unterstreicht der VPP die Notwendigkeit einer getrennten Bedarfsplanung für die Behandler von Erwachsenen und die Behandler von Kindern und Jugendlichen. Sollte es dazu kommen, dann könnten sich nach Angaben der Kassenärztlichen Bundesvereinigung zu den derzeit 2385 Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten bundesweit 866 weitere Kollegen niederlassen. Darüberhinaus muss über weitere Niederlassungsmöglichkeiten für Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten und Psychologische Psychotherapeuten, die überwiegend Kinder behandeln, nachgedacht werden, um eine angemessene Versorgung ohne lange Wartezeiten zu gewährleisten.

Karin Dlubis-Mertens
Öffentlichkeitsreferentin des VPP im BDP

4.4.2006

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