In einem Leserbrief hat sich der VPP im BDP zu der am 23. Februar veröffentlichten Titelgeschichte des STERN " Kranker Kopf, verletzte Seele" geäussert. Schmerz, Depression und Alzheimer standen im Vordergrund eines "Ärztechecks" zur Tätigkeit von Neurologen und Psychiatern. In dem Brief an die Redaktion heißt es:
"In Ihrer Artikelserie über die Fachärzte haben Sie mit der Behandlung von psychischen Störungen ein wichtiges Thema angesprochen. Die Anzahl psychischer Störungen steigt, allein jeder Zehnte erleidet im Laufe seines Lebens eine Depression. Leider haben Sie dabei nicht erwähnt, dass die psychotherapeutische Versorgung überwiegend von gut ausgebildeten Psychologischen Psychotherapeuten und Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten geleistet wird. Diese erfüllen aufgrund ihrer Approbation den Facharztstandard und sind den Fachärzten gleichgestellt. Damit sind sie in gleicher Weise an der gesundheitlichen Versorgung beteiligt.
Psychotherapeuten verordnen keine Medikamente. Dies ist den Ärzten vorbehalten. In vielen Fällen ist dies auch nicht notwendig, sondern eher hinderlich für einen langfristigen Erfolg. Daher sollten psychisch erkrankte Patienten sowohl in der ambulanten als auch in der stationären Behandlung - nicht nur in Anbetracht des Nebenwirkungspotentials z.B. von Antidepressiva - das Recht haben, sich nur mit den Mitteln der Psychotherapie behandeln zu lassen.
Nachhaltig wirkt bei psychischen Störungen nur eine Psychotherapie, die die Ursachen der Erkrankung bearbeitet, Patienten beim Verständnis des Verlaufs unterstützt und sie befähigt, zukünftig mit Vorboten aktiv umgehen zu können. Zum Beispiel geraten Patienten, die psychotherapeutisch behandelt wurden, weniger häufig erneut in eine depressive Krise."
Heinrich Bertram
Eva Schweitzer-Köhn
Hans Werner Stecker
Bundesvorstand des VPP im BDP
Karin Dlubis-Mertens
Öffentlichkeitsreferentin des VPP im BDP
5.3.2006