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Der VPP trauert um die Psychologische Psychotherapeutin Angelika Wagner-Link
Angelika Wagner-Link verstorben
Die Vorsitzende der Landesgruppe Bayern des BDP, Angelika Wagner-Link, ist
am 12. Mai nach schwerer Krankheit verstorben. Die Psychologin und niedergelassene
Psychotherapeutin absolvierte bis zuletzt ein intensives Arbeitspensum, schrieb
Bücher, veranstaltete Seminare und arbeite ehrenamtlich auch als Vorstandsmitglied
der bayrischen Psychotherapeutenkammer. BPD-Präsidentin Sabine Siegl erinnert
sich an sie als eine Frau mit starkem und dauerhaftem Engagement für die
angewandte Psychologie und für den Verband. 1977 trat Angelinka Wagner-Link,
die einen Ehemann und einen erwachsenen Sohn hinterlässt, dem BDP bei.
Noch am Wochenende vor ihrem Tod absolvierte sie ein Seminar bei der Deutschen
Psychologen Akademie, wo sie Verhaltenstraining zur Stressprävention und
-bewältigung unterrichtete und auch Kursleiter ausbildete. Das darauf folgende
Wochenende hätte der Landesgruppe gehört und das danach der Delegiertenkonferenz
des BDP. Die beiden letzten Termine konnte sie nicht mehr wahrnehmen. Aus den
Feedback-Bögen der DPA ist erkennbar, wie sehr die Teilnehmer an ihren Seminaren
ihre Kompetenz, ihr Talent zur Wissensvermittlung aber auch ihren Humor schätzten.
Letzterer war ein wichtiger Bestandteil ihrer Therapie und Moderation. Die Mitarbeiter
der DPA erinnern sich an ihre absolute Zuverlässigkeit und eine in jeder
Hinsicht gut funktionierende Zusammenarbeit. All diese Eigenschaften machten
sie auch für die Ludwig-Maximilians-Universität, Organisationen der
Industrie und des Öffentlichen Dienstes sowie andere Ausbildungseinrichtungen
zu einer gefragten Dozentin, Trainerin und Lehrsupervisorin. Durch ihre klientenbezogenen,
praxisorientierten Seminare, in denen sie sich intensiv auch den konkreten Fragen
und Problemen der Anwesenden zuwandte, genoss sie bei Auftraggebern und Teilnehmern
gleichermaßen hohes Ansehen.
Mit ihren Veröffentlichungen (zuletzt „Verhaltenstraining zur Stressbewältigung – Ein
Arbeitsbuch für Therapeuten und Trainer“) gab sie Praktikern sowohl
methodische Anregungen als auch Denkanstöße z.B. zu der Frage, welche
Unterschiede es bei psychischen Erkrankungen zwischen Frauen und Männern
gibt. Genderneutrale Therapie stellte nach ihrer Überzeugung eine Quelle
für Behandlungsfehler dar. Dem Thema „Stress“ hatte sie sich
bereits vor langer Zeit zugewandt, als der Begriff noch nicht in aller Munde
war. Später beschäftigte sie sich mit der immer wichtiger werdenden
Prävention von Erkrankungen und wirkte in diesem Kontext an vielen Veranstaltungen
der Stadt München mit. Dabei profitierten alle Beteiligten von ihrer Gabe,
Themen in Wort und Schrift für Fachleute wie für Laien gleichermaßen
interessant darzustellen.
Angelika Wagner-Link lebte das, was sie lehrte. Sie achtete schon früh
auf ihre work-life-balance, d.h. sie nahm regelmäßig Urlaube und entspannte
in ihrer Freizeit beim Skifahren oder Tennisspielen.
Zahlreiche Journalisten, die über die Pressestelle des BDP auf Expertensuche
waren, fanden in ihr eine eloquente Gesprächspartnerin, die sich scheinbar
mühelos auch auf ein Laienpublikum in unterschiedlichen Medien einstellen
konnte, ohne banal zu werden. Öffentlichkeitsarbeit gehörte für
sie zur Funktion ganz selbstverständlich dazu.
Leistungsbereit und effektiv wie sie arbeitete, forderte sie bisweilen auch
von anderen viel. Die Kolleginnen und Kollegen aus ihrer Landesgruppe erinnern
sich gut daran. Aber sie erinnern sich wie Ulrike Hess z.B. auch daran, dass
sie es schaffte, andere zu motivieren, für den BDP zu arbeiten, dass sie
ihnen Anerkennung zollte und sie so zu weiteren Anstrengungen motivierte.
Unvergesslich weit über die Landesgruppe hinaus ist vielen die Verleihung
der Hugo-Münsterberg-Medaille des BDP an Prof. Klaus Schneewind 2007 im
Münchner Literaturhaus. Angelika Wagner-Link hatte maßgeblichen Anteil
daran, dass aus diesem Anlass ein Symposium zum Stellenwert von Familie und Partnerschaft
in einer sich wandelnden Welt veranstaltet wurde. Namhafte Referenten kamen aus
den USA, der Schweiz und Deutschland. Für 2011 hat sie erneut einen wichtigen
Landespsychologentag zum Thema „Krise“ angestoßen. Wie immer
legte sie Wert auf hervorragende Referenten mit dem Potenzial zur Außenwirkung über
den BDP hinaus in die Öffentlichkeit.
Sie wird uns fehlen.
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