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Immer mehr Arbeitsausfälle durch psychische ErkrankungenFehlzeiten-Report 2003 erschienen / Schwerpunkt: Wettbewerbsfaktor Work-Life-Balance Wenn Beschäftigte im Betrieb fehlen, liegt das immer häufiger an einer psychischen Störung oder Erkrankung. Nach Angaben des Fehlzeiten-Reports 2003 sind psychische Erkrankungen mittlerweile die vierthäufigste Ursache für Fehlzeiten in deutschen Unternehmen. Die Zahl der Krankmeldungen insgesamt ist dagegen auch 2002 weiter zurück gegangen. Eine Ursache dafür ist nach Darstellung des Fehlzeiten-Reports die Angst vor dem Verlust des Arbeitsplatzes. Auf der anderen Seite hätten viele Unternehmen ihre betriebliche Gesundheitsförderung verbessert. Das mache sich durch geringere Fehlzeiten bezahlt. Der Zusammenhang von Arbeitszufriedenheit und Fehlzeiten ist Schwerpunkt des am Dienstag veröffentlichten Reports, der vom Wissenschaftlichen Institut der AOK (WIdO) in Zusammenarbeit mit der Universität Bielefeld herausgegeben wird. Unter dem Titel „Wettbewerbsfaktor Work-Life- Balance“ zeigen die Autoren anhand konkreter Beispiele, was Unternehmen tun können, um Familie und Beruf ihrer Beschäftigten besser miteinander in Einklang zu bringen. „Auch die Zahl der auf psychische Erkrankungen zurückgehenden Frühberentungen hat in letzter Zeit stark zugenommen“, sagt WIdO-Experte Vetter. „Inzwischen sind die psychischen Erkrankungen bei den Frauen der häufigste und bei den Männern der zweithäufigste Grund für den Eintritt von Berufs- bzw. Erwerbsunfähigkeit.“ Nicht zuletzt im Hinblick auf die angestrebte Erhöhung des Renteneintrittsalters müsse daher der Prävention in diesem Bereich besondere Aufmerksamkeit geschenkt werden, folgern die Herausgeber des Fehlzeiten-Reports. Der neue Fehlzeiten-Report liefert umfassende Daten und Analysen zur aktuellen Krankenstandsentwicklung in der deutschen Wirtschaft. Die Daten basieren auf den Krankmeldungen der 10,9 Mio. erwerbstätigen AOK-Mitglieder im Jahr 2002. Bei Wissenschaftliches Institut der AOK 3 den AOK-Mitgliedern lag der Krankenstand im Jahr 2002 bei 5,2 Prozent. Im Vergleich zum Vorjahr gingen die Krankenstände in den meisten Branchen zurück oder blieben stabil. Jedes AOKMitglied war im Durchschnitt 19 Kalendertage krank geschrieben. Die Zahl der Krankheitstage nahm im Vergleich zum Vorjahr um 1,9 Prozent ab. Auch die durchschnittliche Dauer der Krankmeldungen war mit 12,3 Tagen etwas niedriger als im Vorjahr. Im Jahresverlauf war der Krankenstand erneut im Februar am höchsten (6,2 Prozent). 5,6 Prozent der Arbeitsunfähigkeitstage waren auf Arbeitsunfälle zurückzuführen. Zwischen den einzelnen Bundesländern gab es erhebliche Unterschiede im Krankenstand. Die höchsten Krankenstände waren 2002 in den Stadtstaaten Berlin (6,5 Prozent), Hamburg (6,4 Prozent) und Bremen (6,2 Prozent) sowie im Saarland (6,4 Prozent) zu verzeichnen. Angst um den Arbeitsplatz Im Fehlzeiten-Report 2003 finden sich auch die Ergebnisse einer repräsentativen Befragung zu den Gründen des niedrigen Krankenstandes. Ein Ergebnis: Die Angst um den Arbeitsplatz ist ein wichtiger Grund, warum sich Mitarbeiter seltener krank melden. Zwei Drittel (65 Prozent) der Beschäftigten befürchten berufliche Nachteile bei Krankmeldungen. Mehr als die Hälfte der Befragten wartet notfalls das Wochenende ab, um sich zu erholen. Jeder fünfte hat im letzten Jahr zur Genesung auch auf Urlaubstage zurückgegriffen. In seinem Schwerpunktteil beschäftigt sich der diesjährige Fehlzeiten-Report mit der Frage der Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Eine zukunftsorientierte betriebliche Personal- und Gesundheitspolitik könne sich dem wachsenden Bedürfnis der Menschen nach einem ausgeglichenen Verhältnis zwischen Beruf, Familie und Privatleben nicht länger verschließen, so Henner Schell- Wissenschaftliches Institut der AOK schmidt, einer der Herausgeber: „Arbeitszufriedenheit, Gesundheit und Produktivität der Beschäftigten hängen ab von einer gelungenen Balance und sind entscheidend für den Unternehmenserfolg. Schon allein die demographische Entwicklung erfordert es, die Voraussetzungen für eine solche Balance in den Betrieben zu schaffen. Das sichert langfristig die Wettbewerbsfähigkeit und macht Unternehmen in einem enger werdenden Arbeitsmarkt attraktiver für die Beschäftigten.“ [ Abbildungen zum Artikel PDF, 220 KB ] Bernhard Badura/Henner Schellschmidt/Christian Vetter (Hrsg.) Wissenschaftliches Institut der AOK 13.12.2003 |
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