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Statt Jammern und Klagen: Gemeinsam weitermachen!
Podiumsdiskussion mit prominenten Gästen
»Die KV hat auf der ganzen Linie gewonnen und die Psychotherapie nimmt dabei Schaden«, konstatierte Heinrich Bertram, stellvertretender Bundesvorsitzender des VPP, bei der Podiumsdiskussion »Gesundheitspolitik mit Nebenwirkungen« am 5.10. in Bonn, zu welcher der Verband Psychologischer Psychotherapeuten im Anschluss an das Psychotherapeutenforum eingeladen hatte. Er nannte drei Beispiele für negative Entwicklungen in der Psychologischen Psychotherapie: Die Frage der Ausbildung und des Nachwuchses läge völlig im Argen, die Kinder- und Jugendlichenversorgung sei »am Boden« und die Integration der Psychotherapeuten misslungen. Auch habe sich die Situation für angestellte Psychotherapeuten verschlechtert.
Dennoch nütze es nichts zu jammern und zu klagen, ergänzte die VPP-Bundesvorsitzende Dr. Helga Schäfer, vielmehr müsse man schauen, was man weiterhin für den Berufszugang und die Berufsausübung tun könne. Und immerhin, so der Rückblick der Sitzungspräsidentin des Gesprächskreises II (GK II): »Die Psychotherapieverbände haben alle mit einer Stimme gesprochen auch wenn das sehr, sehr schwierig war.« Doch habe man sich nicht durchsetzen können gegen etablierte Machtstrukturen, mit denen man vor dem Psychotherapeutengesetz überhaupt nicht in Berührung gekommen sei. »Wir müssen lernen, dass wir im System wirksam werden «, hob Bertram hervor. »Wir werden in der Öffentlichkeit anders gehört und anders befragt, seit es die Kammern gibt.« GK II und Bundespsychotherapeutenkammer hätten sich eindeutig für die durchgängige Organisation des eigenen Versorgungsbereiches mit Selbstverwaltung auf allen Ebenen ausgesprochen und eben nicht für eine Zuordnung zu den Hausärzten, widersprach er Dr. Christopher Hermann, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der AOK Baden- Württemberg, der es zuvor als »irritierend« angemerkt hatte, »dass Sie doch unter das Dach der KV, zumindest der KV der Hausärzte wollten.« Auch MdB Horst Schmidbauer, SPD, machte deutlich, wie entscheidend eine gemeinsame fach- und verbandspolitische Position für die Psychotherapeuten ist bzw. wie schnell unterschiedliche Positionen zum Beispiel durch eine Auseinandersetzung mit der ständigen Konferenz der Ärzteverbände (Stäko) zu einem Bedeutungsverlust der Berufsgruppe führten. Hermann brachte es auf folgenden Punkt: »Die Psychotherapie muss sich so aktiv einbringen, dass an ihr niemand mehr vorbei kann.«
Vorläufiges Fazit der Podiumsdiskussion: Die jüngste Gesundheitspolitik hat vor allem Einschränkungen mit sich gebracht, andererseits seien die z.B. bei der integrierten Versorgung enthaltenen Vorteile für die Psychotherapie bzw. die richtige Strategie, wie diese zu nutzen sind, noch nicht deutlich herausgearbeitet. Hierzu bringe die konkrete Erfahrung sicher noch neue Aspekte. (Zu den Sachfragen Methodenvielfalt, Leitlinien, Integration der Psychotherapeuten, Ausbildung, Psychotherapeuten in Institutionen, integrierte Versorgung, Gesundheitszentren, Disease- Management-Programme usw., die in der Diskussion mit dem Publikum besonderen Platz einnahmen, finden Sie auf diesen Seiten diverse Stellungnahmen). Umso wichtiger sei für die zukünftige Bedeutung der Psychologischen Psychotherapie die Fortsetzung der geeinten Lobbyarbeit und der lange Atem, betonte Bertram. Hierin könne man gerade von den Ärzteund KV-Vertretern einiges lernen. Auch Hermann und Schmidbauer betonten, dass gegenüber den im System etablierten Lobbyisten die Psychologischen Psychotherapeuten erst an einem Anfang stehen, bei dem sie allerdings in sehr kurzer Zeit doch auch schon beachtlich aufgeholt hätten. Im Verhältnis zum gesamten Gesundheitssystem werden sie allerdings immer eine kleine Gruppe bleiben. Auf ihre persönliche, weitere berufspolitische Unterstützung könnten sie weiterhin rechnen.
Frau Dr. Schäfer unterstrich, dass es jetzt gelte, verstärkt die neu gegebene Situation nach den Nutzenanteilen für die Psychologischen Psychotherapeuten und besonders ihre Patienten zu durchforsten vor allem die, die nicht gleich ins Auge fallen und mit den neu gewonnenen Kräften der Verbändekooperation auch auf die Zeit nach 2006 hinzuwirken. Konkret würde sich für die Kollegen im wesentlichen zunächst nur die Frage der Fortbildungsverpflichtung ändern. Welche wirkliche Rolle die eindeutig schlechtere Vertretung in den Selbstverwaltungsorganen mit sich brächte, müsste die Zukunft erweisen. Der VPP und mit ihm sein Mutterverband BDP ständen jedenfalls für jede berufspolitische Auseinandersetzung gut gerüstet an der Seite der Kolleginnen und Kollegen und ihrer Patienten.
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